Anwendung von Aromatherapie im Bereich der Psyche

Es ist interessant mal einen Blick in den Bereich der Anwendungsmöglichkeiten von ätherischen Ölen in Bezug auf die Psyche und auch psychische Erkrankungen zu werfen.

Hier gibt es ein weites Spektrum der Einsatzmöglichkeiten im Pflegebereich.

Grundlagen

Noch vor zwanzig Jahren lehrte man uns, das Gehirn sei unveränderlich. Aber das stimmt nicht. In jedem Alter kann das Gehirn neue synaptische Verbindungen aufbauen. Auch neue Nervenzellen können sich bis ins hohe Alter bilden und zerstörte ersetzen. Das Gehirn besteht aus mindestens 100 Milliarden Neuronen (Nervenzelle). Im Neocortex kann sich jede Nervenzelle mit 40000 bis 50000 anderen verbinden, in anderen Bereichen sind sogar bis zu einer Million Verbindungen möglich. Nichtsdestotrotz besteht es zu mindestens 75 Prozent aus Wasser. Deshalb ist es so wichtig, dass ausreichend getrunken wird.

Das vegetative Nervensystem, das nicht unserem Willen unterliegt, unterscheidet grob zwei Hauptgruppen: den Sympathikus und den Parasympathikus.

Der sympathische Anteil ist für die Mobilisierung von Energie zuständig. Er macht den Organismus bereit, zu kämpfen oder zu flüchten. Dazu beschleunigt er Atmung und Herzschlag und lässt den Blutdruck ansteigen. Er hemmt die Darmbewegung und die Blasen- und Darmentleerung. Haben wir Stress werden wir vom Sympathikus regiert. Das ist kurzfristig völlig in Ordnung, langfristig jedoch schädigt dies den Körper.

Der parasympathische Anteil ist der direkte Gegenspieler. Er speichert Energie und dient der Erholung. Er verlangsamt Atmung und Herzschlag, senkt den Blutdruck und bringt die Darmbewegung wieder in Gang. Der Parasympathikus springt bei vielen Menschen nicht mehr richtig an, dabei ist er außerordentlich wichtig, damit sich unser Körper regenerieren kann. Besonders bei chronischem Stress ist dieses Umschalten vom Sympathikus zum Parasympathikus stark gestört.

Mit ätherischen Ölen können Sie den Parasympathikus anregen und den Sympathikus in seiner Tätigkeit hemmen.

Allgemeines

Psychische Erkrankungen sind häufig und nehmen im Alter oft noch zu. Gerade in Pflegeheimen sind viele Patienten zusätzlich dement, was mit einer Persönlichkeitsveränderung einhergeht. Gerade im Anfangsstadium, wenn die Menschen merken, was mit ihnen geschieht, stellen sich Angst und Depressionen ein.

Auch der Verfall der Leistungsfähigkeit ist für viele Menschen nur schwer erträglich. Chronische Schmerzen und Einsamkeit führen ebenfalls oft zu psychischen Erkrankungen. Und für viele Menschen ist es die Hölle, plötzlich hilfsbedürftig und von anderen Menschen abhängig zu werden.

Degenerative Hirnerkrankungen nehmen ebenfalls im Alter zu und sind häufig nicht heilbar, lediglich der Verlauf lässt sich verlangsamen.

Stressbelastungen sind Patienten und Pflegepersonal gleichermaßen ausgesetzt. Langanhaltender Stress schadet dem Immunsystem, fördert Krankheit und begünstigt die Entwicklung psychischer Störungen. 

Erkrankungen

Im Folgenden nennen wir einige häufige psychische Störungen, die Sie sehr gut mit ätherischen Ölen beeinflussen können.

Schlafstörungen, Nervosität, Angst, Unruhe, Reizbarkeit, Stressbelastungen, Depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Antriebsschwäche, Gedächtnisstörungen und Demenz, sowie Morbus Parkinson und das Restless-leg-Syndrom.

Exemplarisches Beispiel

Um sich einmal exemplarisch eine Anwendungsmöglichkeit anzuschauen, nehmen wir einmal den Stress bzw. die Stressbelastung.

Von chronischem Stress sind nicht nur Ihre Patienten betroffen, sondern auch das Pflegepersonal leidet sehr häufig darunter. Viele Stressforscher sehen hierin die Ursache für mehr als 90 % aller Erkrankungen, da das Immunsystem heruntergefahren wird. Kurzfristiger Stress ist nicht weiter schlimm, kann sogar für Körper und Psyche positiv sein. Chronischer Stress dagegen macht krank und wirkt sich auch deutlich auf die Hirnleistung aus.

Stress bedeutet nicht notwendigerweise etwas Schlechts. Zum Beispiel ist der Stress, den eine anregende, kreative und wertgeschätzte Arbeit auslöst, positiv zu bewerten und macht den Körper leistungsfähiger. Niederlagen, Ablehnung, permanente Überforderung und Demütigungen dagegen wirken zerstörerisch. Bei chronischem Stress wird der Mensch kurz über lang leicht reizbar bis aggressiv, ruhelos, überkritisch, distanziert und launisch. Das Ende kann ein Burnout-Syndrom oder ein Nervenzusammenbruch sein. Dann entwickeln sich Apathie, Gleichgültigkeit und Lethargie. Die nervalen Energiereserven sind komplett erschöpft .(vgl. Price (2009), S. 313 ff.)

Für Menschen, die in ein Krankenhaus oder eine Pflegeeinrichtung eingewiesen werden, bricht häufig eine Welt zusammen. Plötzlich sind sie nur noch eine Nummer, ein Fall, ein Zu-Pflegender, Sie verlieren ein Teil Ihrer Identität. Diese Situation kann erheblichen Stress auslösen, den Sie durch Ihre Fürsorge und der Hilfe ätherischer Öle lindern können. Das wird jedoch kaum gelingen, wenn Sie selbst chronisch gestresst sind. Sorgen Sie also auch für sich selbst, damit Sie anderen Menschen eine Hilfe sein können!

Welche Öle?

Die Liste stressreduzierender ätherischer Öle ist sehr lang. Sie sollten eine beruhigende, ausgleichende und schlaffördernde Wirkung haben und helfen, sich an Stress anzupassen (adaptogen). Sie können Sie im Vernebler, in einem Massageöl, auf einem Papiertaschentuch oder als Badezusatz verwenden.

Ein Beispiel für ein Stressreduzierendes Massageöl, wäre z.B .Folgendes:

 

Stressreduzierendes Massageöl

Mischen Sie 3 Tr. Zypresse, 5 Tr. Mandarine, 8 Tr. Manuka und 3 Tr. Muskatellersalbei mit 100 ml Jojoba- oder Mandelöl.

Auch hier gilt natürlich weiterhin der Hinweis, Sie müssen sich auskennen, geschult sein, Wirkungen und Nebenwirkungen kennen und auch auf Unverträglichkeiten achten!

In der Aromatherapie liegen schier unerschöpfliche Möglichkeiten, Menschen zu unterstützen und zu mehr Wohlbefinden zu führen.

Dieser Blogbeitrag gibt unter anderem einen Einblick in das Lehrmaterial aus unserem Fernlehrgang „Aromatherapie in der Pflege“.

Weiterbildungen

Viel Spaß beim Vertiefen und Ausprobieren!

23. April 2018

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