Der Einsatz von ätherischen Ölen bei Erkrankungen des Harnapparates

Erkrankungen der Harnwege können Patienten und Personal sehr belasten. Häufig ist eine Vorlage der einzig gangbare Weg. Die meisten Patienten finden diese Situation naturgemäß entwürdigend. Ätherische Öle können (mit)helfen, besonders Infektionen im Bereich des Harnapparates in den Griff zu bekommen.

Auch bei Miktionsstörungen ist Hilfe möglich. 

Grundlagen

Erkrankungen des Harnapparates sind besonders bei der Frau aufgrund der kürzeren Harnröhre häufig. In der Regel sind Blasenentzündungen gut in den Griff zu bekommen. Allerdings neigen Infektionen der Harnwege dazu, bis zu den Nieren aufzusteigen und dann kann es gefährlich werden. Falls Sie die Erkrankung nicht schnell in den Griff bekommen, ziehen Sie auf jeden Fall einen Arzt hinzu. Ätherische Öle lindern die Symptome, helfen bei der Heilung und können auch gut als Begleitbehandlung zu einer schulmedizinischen Therapie eingesetzt werden.

Achten Sie immer auf einen warmen Unterleib und warme Füße! Und denken Sie daran, dass warme Dampfbäder nicht bei fiebernden Patienten zur Anwendung kommen dürfen. Auflagen, Wickel und Einreibungen sind dagegen auch bei Fieber kein Problem.

Zystitis

Am häufigsten werden Sie es vermutlich mit Blasenentzündungen zu tun bekommen. Bei einer Zystitis entzündet sich die Blasenschleimhaut, selten auch die gesamte Blasenwand. Oft sind die Erreger Keime der Darmflora, da der Anus in unmittelbarer Nähe liegt.

Zu den häufigsten Symptomen einer Blasenentzündung gehören Störungen beim Wasserlassen, Brennen und Nachschmerz. Der Harn tröpfelt nur noch und der Erkrankte leidet unter lästigem Harndrang.

Im Urin selbst finden sich Bakterien, weiße Blutkörperchen (Leukozyten), rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und Eiweiße (Albumine).

Wie gesagt, in der Regel ist eine akute Zystitis harmlos, aber wenn Fieber oder Flankenschmerz auftreten, muss sofort der Arzt hinzugezogen werden, denn dann sind die Nierenbecken mit betroffen.

Nicht wenige Pflegepatienten leiden unter einer chronischen oder rezidivierenden Zystitis. Hier sollte mit Antibiotika zurückhaltend umgegangen werden, damit die natürliche Bakterienflora nicht noch weiter zerstört und die Harnwege anfälliger für Infekte werden. Ätherische Öle können hier sehr hilfreich sein und den Teufelskreis unterbrechen.

Auswahl der ätherischen Öle und der Maßnahmen       

Sandelholz besitzt eine starke antiseptische Wirkung besonders auf den Urogenitaltrakt. Besonders bei starkem Brennen hat es sich bewährt.

Es dauert 15 und 40 Jahre, bis sich das Kernholz im Sandelholzbaum ausgebildet hat. In ihm befindet sich sehr viel des stark duftenden ätherischen Öls, aber auch die Wurzeln enthalten Öl. Der Preis des Öls ist so hoch, da die Indische Regierung nur noch vorgegebene streng kontrollierte Ernteflächen freigibt, um den Bestand des bedrohten Baumes zu schützen. Die besten Öle stammen aus Ostindien.

Das Sandelholz-Öl neukaledonisch (Santalum austro celedonium) ist etwas preiswerter, besitzt aber eine sehr ähnliche Wirkung. Da dieses Öl noch relativ neu auf dem Markt ist, fehlen noch Erfahrungswerte.

Der hohe Preis ist auch der Grund, warum etliche verfälschte Öle im Umlauf sind und Öle, die von anderen Baumarten stammen. Westindisches (karibisches) Sandelholz-Öl stammt zum Beispiel von der Pflanze Amyris balsamifera und ist nicht mit echtem Sandelholz-Öl zu vergleichen. Achten Sie also unbedingt auf das Etikett.

Sandelholz-Öl ist ein wunderbares Hautöl. Es verstärkt die Düfte anderer Öle, daher ist es u.a. in der Parfumindustrie sehr beliebt. Im alten Indien galt das Öl als eine Art Allheilmittel.

Das Öl reift in der Flasche noch nach. Der Duft wird mit der Zeit immer schöner und gehaltvoller. Damit stellt das Sandelholz eine Ausnahme unter den ätherischen Ölen dar. Das milde, etwas zähflüssige Öl ist ca. zehn Jahre haltbar

Sitzbad bei Zystitis

Erstellen Sie eine Grundmischung aus 2 Tr. Wacholder, 5 Tr. Sandelholz, 5 Tr. Lavendel und 3 Tr. Mandarine. Geben Sie von dieser Mischung fünf Tropfen mit einem Emulgator in das warme Badewasser. Zehn bis fünfzehn Minuten baden lassen.

Blasen-Ölkompresse

Mischen Sie 1 Tr. Eukalyptus citriodora, 2 Tr. Sandelholz und 2 Thymian ct. thujanol mit einem Esslöffel Johanniskraut-Öl. Geben Sie die Mischung auf eine feuchtwarme Kompresse und legen Sie sie auf die Blasengegend Ihres Patienten. Darüber kommt ein angewärmter Wollschal und eine Wärmflasche.

Reizblase

Die Reizblase ist wieder der Reizdarm ein sehr unangenehmes Phänomen, das auf dem Vormarsch ist. Es treten Störungen bei der Harnentleerung, häufiges Wasserlassen und das Gefühl von stetem Harndrang auf. Das kann für betroffene Menschen sehr belastend sein.

Ursachen einer chronischen Reizblase sind vor allem rezidivierende Harnwegsinfekte, Östrogenmangel oder psychische Probleme wie Stress, Angst, Nervosität usw.

Folgende Öle können die Störung lindern und die Lebensqualität verbessern:

Bergamotte

Bergamotte wirkt antibakteriell und krampflösend. Aber vor allem ist das Öl auch stark sedativ, stark stimmungsaufhellend und anxiolytisch. Bei psychosomatischen bzw. somatoformen Störungen und Erkrankungen hat es sich sehr bewährt.

Eukalyptus citriodora

Eukalyptus besitzt starke schmerzlindernde und starke entzündungshemmende Eigenschaften. Dazu kommen beruhigende und entspannende Komponenten.

 Ingwer

Ingwer wirkt stark beruhigend, stabilisierend und stimmungsaufhellend. Dazu kommen starke schmerzlindernde, wärmende und kräftigende Eigenschaften. Das Öl kann ebenfalls sehr gut bei psychosomatischen Beschwerden eingesetzt werden.

Melisse

Melisse wird seit vielen Tausend Jahren als Heilmittel genutzt. Der antike „Pflanzenpapst“ Dioskurides empfahl sie gegen Menstruationsbeschwerden, bei Tierbissen und offenen Wunden. Der erste Melissengeist wurde Anfang des 17. Jahrhunderts in einem französischen Karmeliterkloster hergestellt. Für die Behandlung einer Reizblase ist es prädestiniert.

Auch Bienen lieben den Duft der Melisse. Daher leitet sich auch der Name ab. „Melisse“ bedeutet im Griechischen „Biene“ oder auch „Honigsüße“.

Die Inhaltsstoffe der Melisse schwanken etwas, je nachdem, wo sie herkommt. Daher besitzt auch die Melisse Chemotypen (Citronella, Caryophyllen und Geranial). Die Wirkweise unterscheidet sich anders als bei anderen Pflanzen jedoch nur geringfügig. Melissen-Öl ist selten und sehr teuer. Daher wird es oft mit Lemongras, Zitronenöl und Citronella gestreckt. Öfters werden Sie auch „Melissa indicum“ sehen. Aber Vorsicht, das ist Citronella, nicht Melisse.

Da Melissen-Öl sehr intensiv ist, können Sie es sparsam dosieren (ca. 2-3 Tr. in 100 ml fettem Öl). Das kostbare Öl ist ca. drei Jahre haltbar.

Es gibt natürlich noch viele andere Erkrankungen des Harnapparates, wo der Einsatz von ätherischen Ölen sinnvoll ist.

Wer sich für das Gesamtpaket interessiert, weil die einzelnen Blogbeiträge zum Thema, eben immer nur Ausschnitte abbilden, der hatte folgende Möglichkeiten, sein Wissen zu vertiefen:

Weiterbildungen

Viel Spaß beim Vertiefen und Ausprobieren!

23. April 2018

0Antworten an "Der Einsatz von ätherischen Ölen bei Erkrankungen des Harnapparates"

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