Wirkung von ätherischen Ölen in Bezug auf MRSA

Unser Monatsbeitrag zur Aromatherapie/ Aromapflege hat heute ein spannendes Thema im Visier, welches im Pflegebereich vermehrt auftritt. MRSA.

Ätherische Öle spielen eine immer größere Rolle bei der Bekämpfung multiresistenter Keime. Viele Antibiotika haben ihre Wirkung inzwischen verloren, die widerstandfähigen Keime reagieren nicht mehr auf sie. Dadurch sind diese Keime sehr gefährlich. Besonders Intensivpatienten, Patienten mit großflächigen Wunden, Diabetiker, AIDS-Patienten, Verbrennungspatienten und Patienten aus Alters- und Pflegeheimen sind betroffen.

Ursache für MRSA

Ursache für die Zunahme von multiresistenten Keimen sind der viel zu häufige und unangemessene Einsatz von Antibiotika, Anwendungsfehler beim Patienten, wie z.B. zu kurze Einnahme, und der massenhafte und ungezügelte Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung. Es ist unglaublich, wie oft immer noch Antibiotika auch völlig sinnlos z.B. bei rein viralen Erkrankungen verschrieben und eingenommen werden. Da ätherische Öle Vielstoffgemische sind, können sich keine Resistenzen herausbilden.

Arten von multirestistenten Keimen

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist der häufigste multiresistente Keim der sogenannte MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Er kann bei immungeschwächten Patienten lebensbedrohlich werden. Daneben gelten auch Klebsiellen, Pseudomonaden, Enterokokken und etliche Clostridienarten als kritisch. Immer mehr multiresistente pathogene Keime entwickeln sich, ein Ende ist nicht absehbar.

Wundversorgung

Vor allem stellen diese gefährlichen Keime bei der Wundversorgung immungeschwächter Patienten ein großes Problem dar. Es kommt zu Massenansammlungen im Wundbereich mit nachfolgender Infektion, wogegen sich auch ein gutes Immunsystem kaum wehren kann. Die Antibiotikaresistenz ist hier um das Tausenfache erhöht. (vgl. Stadelmann (2015), S. 393 ff.)

Penible Hygiene, Handschuhe und häufige Handdesinfektion sind notwendig, um den Keim nicht von einem Patienten zum nächsten zu schleppen. Besonders für die Ausbreitung von Staphylokokken-Infektionen sind symptomlose Keimträger wie Ärzte, Pflegepersonal oder Patienten verantwortlich. Auch der MRSA verbreitet sich so, die Übertragung kann aber auch aerogen über Staub und Tröpfcheninfektion erfolgen.

Welche Öle kommen zum Einsatz?

Studien zeigen, dass ätherische Öle wie Zimt, Nelke, Teebaum, Rosmarin und Thymian ct. thymol und ct. linalool sehr gut gegen multiresistente Keime eingesetzt werden können. Hochdosierte Öle (5-15 %) wie Pfefferminze, Eukalyptus und Teebaum schaffen es, diese Erreger wieder für Antibiotika ansprechbar zu machen. Gegen MRSA haben sich vor allem auch Cajeput, Myrte ct. cineol, Lavendel, Niaouli, Rosengeranie, Wacholder und Zitrone bewährt. Eine Kombination aus Antibiotikatherapie und ätherischen Ölen ist vielfach sinnvoll.

Portrait: Wacholder

Verwendeter Pflanzenteil Beeren
Gewinnung Wasserdampfdestillation
1 l Öl aus ca. 100 kg Beeren
Wichtige Inhaltsstoffe Monoterpene (ca. 79 %),  Sesquiterpene (ca. 12 %), Monoterpenole, Sesquiterpenole, Aldehyde, Ketone, Ester, Oxide
Vorkommen Mittelmeerraum, Balkanländer
Duft fruchtig-herb, frisch, grün
Körperliche Wirkung stark antibakteriell, raumluftdesinfizierend, stark schleimlösend, harntreibend, stoffwechselfördernd, schmerzlindernd, entzündungshemmend, venenstärkend (phlebotonisch), durchblutungsfördernd, verdauungsfördernd, lympflussanregend
Psychische Wirkung kräftigend, aufhellend, anregend, belebend, vitalisierend
Wichtige Indikationen Ekzeme, Akne, infektiöse Darmentzündungen, Venenbeschwerden, Krampfadern, Gallensteine, Arthritis, Muskel- und Gliederschmerzen, Gicht, Erkältungskrankheiten, Harnwegsinfekte,  Hämorrhoiden, Ödeme, Zellulite;

Erschöpfung, Mutlosigkeit, Angstzustände, Schwäche

Nebenwirkungen Extreme Überdosierung kann evtl. zur Nierenentzündung und Harnverhalt führen.
Kontraindikationen keine
Mischt sich gut mit Basilikum, Benzoe, Lavendel, Muskatellersalbei, Myrte, Pfefferminze, Rosmarin, Zypresse und allen Nadel- und Zitrusölen

Wacholderbeeren wurden bereits in der Antike zu Heilzwecken genutzt. Besonders die harntreibende und mukolytische Wirkung war bekannt. Wacholderbeeren-Öl ist bei normaler Dosierung ein gut verträgliches, hautfreundliches Öl.

Wacholder festigt und entschlackt das Bindegewebe und es stärkt die Venen. Das gilt auch für den Verwandten, den Virginiawacholder (Juniperus virginiana). Aber das Öl hat sich auch wirksam gegen multiresistente Keime gezeigt.  Auch aus den Zweigen des Wacholderbaumes kann ätherisches Öl gewonnen werden. Es besitzt ein sehr ähnliches Wirkprofil, ist aber etwas weniger verträglich.

Das Öl ist etwa zwei bis drei Jahre haltbar.

Beispiel für Ölmischungen

  • Ölmischung zur Wundreinigung (nach Stadelmann)

Mischen Sie 7 Tr. Lavendel, 5 Tr. Teebaum 5 Tr. Thymian ct. thujanol, 2 Tr. Nelke und 2 Tr. Zimtrinde mit 250 ml Ringerlösung. Die benötigte Menge mit der Einmalspritze aufziehen und die Wunde damit spülen.

  • Ölkompresse zur Wundbehandlung

Geben Sie 7 Tr. Lavendel, 7 Tr. Teebaum, 5 Tr. Thymian ct. linalool und 2 Tr. Nelkenknopse in eine Mischung aus 25 ml Johanniskraut- und 25 ml Ringelblumen-Öl.

  • Ölmischung zur Brusteinreibung bei MRSA-Infektion der Atemwege

Mischen Sie 5 Tr. Teebaum, 10 Tr. Thymian ct. thymol, 10 Tr. Lavendel und 5 Tr. Niaouli mit 100 ml Johanniskrautöl oder Mandelöl.

Dieser Blogbeitrag gibt unter anderem einen Einblick in das Lehrmaterial aus unserem Fernlehrgang „Aromatherapie in der Pflege“.

Weiterbildungen

Viel Spaß beim Vertiefen und Ausprobieren!

19. Juni 2018

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